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Saison 2020/2021

1. FC Nürnberg – HSV

Samstag den 09.01.2021, um 13:00 Uhr

Leistungsgerechtes 1:1 im Max-Morlock-Stadion

Ein von Kampf und Taktik geprägtes Spiel von beiden Seiten, was am Ende keinen Sieger verdient hat, so könnte man es beurteilen.

Für diejenigen, die es nicht gesehen, oder am Radio verfolgt haben, ein erwartungsgemäßer Ausgang. Doch der Schein trügt, so sehe ich das zumindest, denn das Spiel war alles andere als uninteressant.

Beide Trainer stellten ihre Mannschaft gut ein. Der wegen einer roten Karte gesperrte Trainer des Clubs Robert Klauß, musste das Spiel von der Tribüne aus verfolgen, dafür durfte Co. Trainer Tobias Schweinsteiger an der Seitenlinie sein Debüt als Cheftrainer absolvieren. Vertretend für Robert Klauß wäre meiner Ansicht nach besser formuliert ;-).

Der Club ließ in der ersten Hälfte wenig anbrennen und hielt sich konsequent an die taktischen Vorgaben von Klauß. Die Flügel zustellen und bei Ballverlust der Hamburger schnell umschalten. So kamen die Nürnberger zu zwei guten Konterchancen von denen sie eine hervorragend verwerteten. Robin Hack setzt sich gegen Moritz Heyer auf der rechten Außenbahn durch und spielt den Ball auf Fabian Nürnberger der per Direktabnahme zum 1:0 in der 14. Minute vollendet.

Bis dahin nicht unverdient, weil der HSV, der zwar wie erwartet bis dahin das Spiel bestimmte, aber keine Möglichkeit fand sich gegen die stark auftretenden Nürnberger durchzusetzen.

Das frühe Tor des Clubs aktivierte dann aber den „Hallo Wach Effekt“ beim HSV, der jetzt nach und nach immer bestimmender wirkte. Tim Leibold im Doppelpass mit Jatta der sich knapp auf der Seitenlinie durchsetzt und den Ball hervorragend in die Mitte auf Terodde spielt, für den die Vollendung in der 33. Minute natürlich nur noch ein Kinderspiel ist. Ich habe selten vorher einen zweit Liga Stürmer gesehen der mit so einer Gelassenheit seine Arbeit absolviert, der hat es im Blut ;-). Das von vielen geforderte Backup für seine Person, dürfte ausgesprochen schwierig zu finden sein.

Nach dem Seitenwechsel war es zunächst der Club, der stark aufspielte, nennenswerte Torszenen waren trotz eines bewegten Spieles jedoch Mangelware, auch weil der HSV sich dann aus der anfänglichen Umklammerung lösen konnte.

Am Ende hieß es 1:1. Ein Ergebnis mit dem beide Leben können. Der HSV verteidigt die Tabellenführung und Nürnberg festigt zunächst seinen Patz im Mittelfeld auf Rang 11.

Ein Lob gilt auch dem Schiedsrichter Gespann um Felix Brych, die das Spiel jederzeit im Griff hatten und ohne Zweifelhafte Entscheidungen blieben.

Aufstellung

1.FC Nürnberg:

Mathenia – Valentini, Mühl, Sörensen, Handwerker – Geis, Krauß – Hack, Singh, Nürnberger – Schäffler

Hamburger Sport Verein:

Ulreich – Vagnoman, Leistner, Ambrosius, Leibold – Heyer, Kinsombi, Dudziak – Kittel, Jatta – Terodde

Gelbe Karten

FCN: Robin Hack (74), Tom Krauß (83)

HSV: Kinsombi (77), Tim Leibold (85)

Auswechselungen:

FCN: Fabian Schleusener für Robin Hack (77), Sarpreet für Hanno Behrens (87), Tom Krauß für Nikola Dovedan (90+1)

HSV: Sonny Kittel für Aaron Hunt (79), David Kinsombi für Manuel Wintzheimer (80)

Analyse/Kritikthemen zu einzelnen Spielern erfolgen im Laufe der Woche im Forum. Ein spezielles Thema zu einem ehemaligen Mitarbeiter des HSV wird euch in der nächsten Woche erwarten.

Bis dahin wünsche ich allen von Euch ein schönes Restwochenende, bleibt gesund oder werdet es.

Gruß HSK

5 Antworten auf „1. FC Nürnberg – HSV“

Moin Moin HSK,
ich wünsche Dir und dem Team ein frohes, neues und vor Allem gesundes Jahr!! Habe mich bei euch jetzt ebenfalls registriert und freue mich auf „bekannte Gesichter“…. ;-))

Moin Bubu,
vielen Dank, ich wünsche Dir auch ein frohes, neues und vor Allem gesundes Jahr!
Ich freue mich das Du dabei bist.👍
Im Forum bitte extra registrieren!
Ich melde mich heute Abend nochmal per Mail!

Goooood moooorniing @ all,

danke für den Blog HSK, ich stimme Dir in vielen Punkten zu!

Das Spiel gegen die Franken offenbarte die – weiterhin – mangelnde Kreativität im Mittelfeld. Kinsombi ist für mich leider kein Spielgestalter, ebenso wenig kann Dudziak diese Rolle einnehmen, obwohl er technisch Einiges mehr bieten kann, wenn er dazu bereit ist. Vieles läuft im Ansatz über die linke Seite des HSV, immer wieder, während die andere Seite einen eher harmlos – verwaisten Eindruck hinterlässt.
Fraglich warum gerade Kittel auf Rechts spielte und Jatta auf Links gezogen wurde….
Geheimnis des Trainers?

Für mich gehören Leibold und Kittel definitiv auf ihre „angestammten“ Positionen! Jatta hat das Tempo und kann jeden Gegenspieler hier in Verlegenheit bringen. Statt Kinsombi wäre für mich Wintzheimer auf jeden Fall ein Kandidat als „hängende“ Spitze, immer schön hinter Treodde spielend, Gefahr kann auch er ausstrahlen, gerade bei Schüssen aus der zweiten Reihe!
Die Nürnberger machten es wie erwartet und fast schon von Hecking angekündigt, sie ärgerten den HSV durch „Zustellen“ der Hamburger Angriffswege. Der HSV fand trotz Überlegenheit kaum Mittel das Nürnberger Geflecht „auszuhebeln“, und die Franken verlegten sich auf schnelle Konter. Dies führte dann leider dann auch zum Rückstand. Dank Terodde konnte man diesen dann ausgleichen, mehr kam vom HSV dann in der zweiten Halbzeit nicht.

Man kann jetzt schon sagen, ohne Terodde läuft es nicht, nicht nur durch seine Tore, sondern auch seine Grundeinstellung ist für mich aller Ehren wert! Er kämpft und rackert unermüdlich, geht voran, und genau DAS erwarte ich von allen Spielern! Sollte sich Terodde verletzen – man mag es kaum aussprechen – bricht uns der Torgarant weg, ein „backup“ gibt es weniger. Dennoch, für mich gehört Wintzheimer, nach wie vor, in die Startelf, und nicht nur zehn Minuten am Ende!

Für mich fehlen im Mittelfeld immer noch zwei technisch versierte und schnelle Spieler, gerade wenn es eben ums Tempo geht, um das „schnelle“ Umschaltspiel, das immer wieder im ideenlosen Quergepasse endet. Hier sollten Lösungen geschaffen werden, ein Onana fehlt auf jeden Fall deutlich spürbar!!

Mit dem Punkt kann man leben, sicherlich, aber dennoch wurde – wie so häufig schon – die Chance verpasst sich „oben“ etwas abzusetzen, den Abstand etwas auszubauen. Damit kann man seitens der Hamburger nicht zufrieden sein….

Und nun kommt Osnabrück….auch nicht gerade „der“ Gegner für den HSV… 😉

Bleibt alle gesund…!!

Moin Bubu,
danke für die gute Ergänzung meines Beitrags.
„Geheimnis des Trainers?“
Gut wäre das :-), den Gedanken hatte ich auch schon öfters. Daniel Thioune hat ja schon in Osnabrück gezeigt, dass er seinen Mannschaften versucht mehre Varianten der Taktik zu vermitteln. Spielsysteme wechseln, Spieler im Spiel auf andere Positionen bringen, auch während des Spiels. Riskant ist das sicherlich, aber solange der Erfolg am Ende steht, wird er ausprobieren dürfen. Ich warte erst einmal ab. Ich finde es persönlich sogar gut. Eine Mannschaft die gerade nicht über FCB Qualitäten oder ähnliches verfügt, brauchte bisher meist sogar 2-3 Jahre um homogen zu wirken. Die Zeit hat er hier in Hamburg wahrscheinlich nicht. Der Etat, der Druck von außen und vieles mehr, verhindern dies immer wieder. Er versucht tatsächlich viele Dinge, sowie bei B.W, den er immer wieder bringt obwohl eigentlich jeder weiß oder glaubt zu wissen, dass der wohl hier nicht mehr einschlägt. Anderseits wenn doch, würden sich die Dinge auf einmal vielleicht völlig anders entwickeln. Wood wird auch wissen, dass er mit seiner gesamten Leistung in Hamburg nicht gerade Bewerbungen für andere Arbeitgeber gegeben hat. Man hofft wahrscheinlich, dass dies ihm zusätzlichen Ansporn gibt. Wenn so etwas gelingt, steigert das die Kompetenzwahrnehmung des Trainers. So könnte sich auch etwas entwickeln.

Auch bei Wintzheimer sehe ich das ähnlich wie Du es siehst, anscheinend will man auch alle Spieler bei Stange halten, die längerfristig bleiben und von denen er sich gute Leistungen erhofft, wenn es Verletzungen geben sollte. Dudziak muss man einfach mit im Spiel halten, ebenso Kinsombi und selbst wenn es längerfristig dauern sollte, bis alle wieder so performen wie bei ihren vorherigen Arbeitgebern.

„Mit dem Punkt kann man leben, sicherlich, aber dennoch wurde – wie so häufig schon – die Chance verpasst sich „oben“ etwas abzusetzen, den Abstand etwas auszubauen. Damit kann man seitens der Hamburger nicht zufrieden sein….“

Von der Grundeinstellung her richtig, immer das maximalste zu wollen. Aber genau diese Erwartungshaltung ist der Punkt, warum eine Entwicklung immer wieder scheitert. Der Aufstieg steht immer im Vordergrund. Natürlich muss man hierzu die finanzielle Lage mitberücksichtigen, aber der gesunde Mittelweg wäre doch wahrscheinlich die jetzige Variante, solange der Aufstieg dabei „nur ein wenig“ gefährdet wird. Die anderen Varianten sind doch in den letzten zwei Spielzeiten gescheitert. Warten wir es ab, letztendlich zählt natürlich nur der (Gesamt) Erfolg.

PS: Bubu, danke für die PN Nachricht, die ich später noch beantworte.

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