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Saison 2020/2021

BTSV – HSV

Samstag den 24.01.2021, um 13:00 Uhr

Der HSV verteidigt die Tabellenführung

Auch in Braunschweig konnte man überzeugen, wenn man von einem 2:4 Erfolg für den HSV nicht weiter auf Einzelheiten eingehen würde. Letztendlich zählen die drei Punkte, die man aus dem Eintracht Stadion mitnimmt. Das Spiel des HSV war nicht schlecht, nur die Braunschweiger noch zu grün hinter den Ohren. Anders dagegen der Trainer des BTSV „Daniel Meyer“, der seine Mannschaft eigentlich hervorragend gegen den HSV einstellte.

In der ersten Hälfte waren die Braunschweiger darauf bedacht, die Vorgaben ihres Trainers weitestgehend gut umzusetzen. Mit einem 4-2-3-1 startete man gegen den HSV, der mit einem klassischen 4-3-3 antrat, ähnlich so, wie es das Team um Daniel Meyer wohl vermutete. Hierbei wurde kalkuliert, dem HSV der in den letzten Spielen über sein Flügelspiel überzeugen konnte, die Wege über die Außenbahnen zu zustellen bzw. zu verhindern, dass die Außenstürmer ihre Laufwege frei nutzen konnten. Selbst bei Ballverlusten, konnten so die Außenverteidiger vom BTSV nachsetzen, um schlimmeres zu verhindern. Das tiefstehende Mittelfeld gab zudem die Möglichkeit die nachrückenden Spieler des HSV gut abzuschirmen. Es ging also nur über hohe Bälle, oder der Aufbau durch die Mitte, indem man sich Räume schafft, wenn sich die Verteidiger umstellen müssen.

Gleichzeitig begab man sich aber so in Gefahr, bei einem Umschaltspiel was den Hamburgern in der Vergangenheit immer wieder Schwierigkeiten bereitete, auf Konter des Gegners zu langsam reagieren zu können. Genau das war der Plan von Meyers Team. Dieser ging bis zur 35 Minute gut auf, auch weil Vagnoman der für mich seine Stärken in der Offensive hat und als Außenverteidiger immer wieder für spielentscheidende Patzer in der Vergangenheit sorgte, auch wieder eifrig mithalf seine Kameraden schlecht aussehen zu lassen. Das 0:1 ist das beste Beispiel dafür, während ich mich noch über seinen Ballverlust aufregte, der dazu führte, das die Braunschweiger es überhaupt schafften mit genügend Zeit, ihre Angriffs Seite zu wechseln, um so über außen Kroos zu bedienen, der den Ball nur noch über die Linie bringen musste (9min).

Der HSV wirkte aber nicht geschockt, wie so oft in der Vergangenheit, sondern spielte danach mit viel Druck weiter nach vorne. Besonders Kinsombi hat für mich einen großen Anteil daran, dass diese neue Verhaltensweise, sich von Spiel zu Spiel verbessert. Der Druck (ohne Fleiß kein Preis und Notfalls auch mal mit der Brechstange) schüchterte die jungen Spieler von Braunschweig so weit ein, dass der HSV jetzt auch wieder zu mehr Möglichkeiten kam, ohne dass sich die Grundformation der Braunschweiger änderte. Nun kam auch Jatta wieder zu Möglichkeiten. Sein bester Abschluss streifte aber nur die Torlatte, sonst wäre das 1:1 wohl schon der Umbruch im Spiel gewesen. Natürlich ergaben sich nun auch wieder Situationen, die ein schnelles Umschaltspiel der Braunschweiger ermöglichten. Toni Leistner, der sich in einer völlig ungefährdeten Situation wohl für 5 cm größer hielt und den Ball elegant zu Torhüter Ulreich köpfen wollte (?) erwischte den Ball nur am Hinterkopf, der schier unhaltbar hinter Ulreich einschlug. Hätte er den Ball doch einfach durchgelassen, dass wäre für Ulreich, der dies wohl auch vermutete, eine sichere Sache gewesen.

So stand es 2:0, sicherlich aber nicht unverdient, zwar hatte der HSV mehr Ballbesitz, natürlich wie erwartet, konnte aber bis dahin keine Lösungen präsentieren.
Aber auch in dieser Situation krempelten die Hamburger die Ärmel weiter hoch und ließen sich nicht beirren. Sony Kittel, der das Vertrauen seines Trainers derzeit mit Einsicht und Leistung zurück zahlt und von Spiel zu Spiel besser wird, tunnelt Kroos und läuft in den freien Raum um mit viel uneigennütziger, übersichtlicher Weise den Ball auf Kinsombi passen, der den wichtigen Anschlusstreffer in der 47 Minute erzielt. Also das war in meinen Augen Zucker 😉 soviel Übersicht in so einer Situation, nicht nur von Kittel, sondern auch von Kinsombi, alleine dafür lohnte es sich als Anhänger, dieses Spiel zu schauen. Ich bin immer noch begeistert.

In der zweiten Hälfte starteten die Braunschweiger mutig. Sicherlich um den Hamburgern im eigenen Stadion nicht noch weiteres Übergewicht zu geben, was sicherlich auch nicht verkehrt war, denn Angriff ist doch die beste Verteidigung, gegen ein starkes Team aus Hamburg.
Hierbei trat man aber der alten Spielweise des HSV´s deutlich näher, indem man die Abwehr völlig vernachlässigte. Bei einem Gegenangriff konnte Behrend einen Steilpass auf Kinsombi nicht vollständig blocken, der der prallte Terodde vor die Füße, der sich so eine Chance nicht entgehen ließ und nur noch zum Ausgleich in der 51. Minute einschieben brauchte. Eine vergleichbare Szene zum Auftritt Leistners in der ersten Hälfte. Nach den vergangen teilweise guten Auftritten, der letzten Spiele, hoffentlich nur ein einmaliger Patzer für die Zukunft. Nun zeigte sich das Händchen von Thioune aus, der Hunt und Onana zur zweiten Hälfte für Jatta und Onana für Vagnoman einwechselte. Hunt gewann den Zweikampf im Strafraum und tunnelte den völlig erstaunten Torhüter Fejzic, der den Ball zum 2:3 durchrutschen ließ, zuvor hatte wieder Sony Kittel die Vorlage für Hunt geliefert.

Nun war das Spiel wieder ausgeglichen bzw. hatte man das Spiel gedreht und der BTSV kam immer mehr ins Schwanken, die Spieler wirkten defensiv sogar überfordert, weil ab hier die Nerven anscheinend nicht mehr mitspielten.
Dies wusste der HSV zu nutzen, zwar versuchte man immer wieder nach vorne zu spielen, trat aber oftmals zu überhastet im letzten Drittel auf.
Zahlreiche Fehler schlichen sich immer mehr ein, so konnte Heyer die Gelegenheit nutzen, den freistehenden Kinsombi mit einem Querpass zu bedienen, der souverän zum 2:4 in der 65.Minute verwandeln konnte.

Nun wirkten die Hamburger phasenweise müde, immerhin hatte man aber auch einen 2:0 Rückstand gedreht. Das Spiel wirkte dann ausgeglichener, weil man sich mehr der Verteidigung hingab. Die Braunschweiger Angriffe wirkten auch nicht überzeugend, auch weil die Abwehr nun sicherer wirkte. Thioune wechselte noch Jung für Kinsombi, Wintzheimer für Terodde und Heil für Dudziak ein, was die Defensive deutlich verstärkte.

Am Ende war es ein verdienter Sieg. Solche Spiele werden auch dem Trainer helfen, sich weiter zu entwickeln. Dank der (RECHTZEITIGEN) Auswechselungen, hatte ich nie das Gefühl, dass der HSV das Spiel noch verlieren könnte.
Allerdings muss ich mir als interessierter Anhänger die Frage stellen, ob Vagnoman in dieser Position, eine gute Rolle für die Zukunft sein könnte.
Heyer wurde mir auf dieser Position besser gefallen. Ob Vagnoman dann auf Heyers Position direkt vor der Abwehr besser liefern könnte, weiß ich nicht, aber sicherlich ist er mit diesen eklatanten Defensivschwächen immer ein Unsicherheitsfaktor. Was überwiegt nun, seine Offensiven Qualitäten, die auch immer mal wieder zu einem Tor führen?
Insgesamt schwierig einzuschätzen wenn man nun unbedingt eine volle Spielzeit mit ihm plant. Auch weil sich andere Teile der Aufstellung, die im Moment funktionieren, dadurch verändern würden. Eigentlich eine Qual der Wahl, bei dieser Ersatzbank, die zu Verfügung steht. Ist Onana fit, gibt es für mich keine andere Option in der derzeitigen Lage.
Auf jeden Fall ist eine Verbesserung festzustellen, was eindeutig Daniel Thioune zuzuschreiben ist. Ich hoffe es geht so weiter.

Gruß HSK

PS: Weitere Infos zum Spiel Spieldaten – Kicker

2 Antworten auf „BTSV – HSV“

Leistners Fehlleistung schien mir eher daran zu liegen, dass der Ball sehr hoch hereinkam und er gegen die tiefstehende Sonne blicken musste. Kann vorkommen.
Vagnoman habe ich (abgesehen vom Gegentor) mit einigen sehr starken Defensivaktionen gesehen.
Wenn man schon mit Doppelsechs spielt (vor der Umstellung habe ich Kinsombi SEHR tief gesehen) muss so ein Ballverlust ja auch nicht zwingend zum Tor führen.

Insgesamt fand ich die taktische Startformation sehr mutlos.
Langsam sollte Thioune auch aufgefallen sein, daß er für Experimente mit Defensivfußball einfach nicht den richtigen Kader hat.
Indem er Hunt brachte und Kinsombi weiter vor stellte hat er seinen Fehler zwar korrigiert, gleichzeitig aber einen Stürmer und einen eher offensiv orientierten AV rausgenommen – in Rückstand bei einem Abstiegskandidaten! Muss man nicht verstehen.
Dementsprechend wurden auch kaum Chancen herausgespielt.
Dass man aufgrund gegnerischer Geschenke doch gewonnen hat, ist natürlich sehr schön. Die Lobeshymnen kann ich jedoch nicht verstehen. Wir haben schlecht gespielt und vorne wenig zustande gebracht. So wird das nicht lange gut gehen.

Danke für Deine Einschätzung.

Bei Leistner gehe ich noch mit, kann passieren, allerdings erwarte ich schon das ein alter Hase wie Leistner über soviel Erfahrung und auch Vertrauen gegenüber seinem Schlussmann verfügt, die Situation so einschätzen zu können, dass man dort den Torwart dranlässt. So ein Schnitzer könnte bei anderen Gegnern dazu führen, dass man Punkte liegen lässt.

Vagnoman – der wird oftmals erst richtig wach, wenn er sich einen Fehltritt geleistet hat. Natürlich war es hinterher besser, dennoch wie vorstehend beschrieben.

Als Fehler wurde ich die Aufstellung von Thioune nicht bezeichnen, er wird seine Gründe haben, etwas vorsichtiger zu agieren. Sagen wir so, er hat gelernt auf bestimmte Situationen jetzt etwas schneller zu reagieren.
Lobeshymnen wären natürlich unangebracht, letztendlich zählt der Erfolg. Man darf dabei nur nicht vergessen, die Dinge, die Du auch angesprochen hast, zu verbessern. Gegen Düsseldorf sollte man so natürlich nicht auftreten oder experimentieren, dass wird Thioune aber wissen. Lassen wir uns überraschen. Im Moment bin ich zufrieden und sehe Fortschritte. Bezüglich des Aufstiegs habe ich mich oft genug geäußert, aber es wird sich zeigen ob die Mannschaft schon reif dafür ist, oder bis dahin noch wird.

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