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Saison 2020/2021

Alle Jahre wieder…

So könnte der Anfang der Formulierung des Zustandes beim HSV lauten.

Sicherlich nicht falsch, denn das Schiff sinkt seit 2010 so langsam immer tiefer. Die Thematik wurde immer wieder in Foren, Blogs und dergleichen von Anhänger die sich intensiv mit dem Thema befassten angesprochen.

Ich selbst habe bis zur Ausgliederung (2014) das Gesamtgebilde als Fan immer nur oberflächlich betrachtet und immer wieder an einen Umschwung geglaubt. Ja, Fußball ist Freizeit für den Fan und diese soll positiv sein und Spaß machen. Das sehe ich heute noch genau so, doch bereitet uns dieser HSV noch Spaß?

Phasenweise „Alle Jahre wieder!“ doch wie erwähnt, wer hinter die Kulissen schaut, weiß schon lange wohin der Weg führen wird.

Im Grunde genommen belügt man sich immer wieder selbst, wenn man mit dem Gedanken spielt, dass es irgendwann wieder zu glorreichen Momenten in positiver Hinsicht kommen wird.

Doch bleiben wir bei dieser Saison, die am kommenden Spieltag, zuhause gegen Eintracht Braunschweig, für den HSV endet.

Als ich vor der Saison (wie die Saison zuvor auch) meinen Tipp für den Tabellenplatz in einem Blog veröffentlichte, wurde ich müde belächelt. Selbst von denen, die ähnlich dachten oder denken wie ich. 19/20 tippte ich Platz 5-8, diese Saison unter Daniel Thioune Platz 7-12.

Unmöglich, mit diesem Kader (wert), das wäre ein Skandal, so auch die Reaktionen in meinem Bekanntenkreis.

Ich sehe alles zu negativ, wurde mir gesagt. Nein, wer mich wirklich kennt, der weiß das ich mich gerne in eine positive Stimmung schaukeln lasse, die Gedanken im Hinterkopf bleiben aber bestehen.

Das Saisonziel lautete – mit Daniel Thioune etwas aufzubauen, in ruhige Fahrgewässer zu gelangen, junge Spieler integrieren und in der zweiten Saison gestärkt um den Aufstieg mitspielen. So habe ich es zumindest verstanden. Demnach auch der Tipp, dass man am Ende sehr wahrscheinlich im Mittelfeld landet.

Nun selbst dieser Gedanke war doch recht naiv, denn meinerseits zu glauben, es würde tatsächlich nach dieser Vorgabe gehandelt, wurde spätestens nach dem vierten Sieg in Folge wieder gänzlich begraben, denn ab da sprach man schon wieder vom Aufstieg.

Die Verpflichtungen von Simon Terodde und Ulreich, gaben auch mir die Hoffnung, dass vielleicht doch etwas mehr möglich wäre.

Spätestens nach dem zehnten Spieltag, ließ auch ich mich von der Euphorie die der Tabellenplatz wiederspiegelte, ermutigen dass es wohlmöglich anders kommen könnte. Die Spiele, die man zuvor nach einem Rückstand oftmals noch fahrlässig abgab, wurden am Ende gewonnen oder zumindest am Ende mit einem Unentschieden beendet.

Vieles schien besser zu laufen, der Vorgegebene Weg schien langsam bei den Spielern anzukommen, obwohl man die alten Schwächen hier und da immer mal wieder aufblitzten. Am Ende täuschten die Ergebnisse, die Realität hierzu gänzlich auszublenden. Zumindest ging es mir über einen kurzen Zeitraum so.

Zum Ende der Rückrunde sah man dann aber wieder die Realität, die Spieler schwächelten, die Gegner passten sich dem HSV Spiel wieder an, die Unsicherheit in den Köpfen der Spieler breitete sich langsam wieder aus. Der Druck wuchs, ausreden wie Verletzungen, spielten sich in den Vordergrund, besonders die Abwehr schwächelte, nicht zuletzt als der viel gescholtene Toni Leistner ausfiel, der die Abwehr zwischenzeitlich etwas stabilisierte. Stefan Ambrosius, der sich bis dahin von Spiel zu Spiel steigerte, tauchte langsam ab. Die Führungsfigur, die Toni Leistner bis dahin scheinbar verkörperte, schien zu fehlen. Die nachfolgenden Spiele bestätigten diese Tatsache immer mehr. Nun waren die erfahren Spieler gefragt. Aron Hunt spielte sich in eine Form, die zwischenzeitlich wieder etwas Hoffnung aufkeimen ließ. Man dümpelte vor sich hin, hielt sich aber in einer passablen Tabellensituation, die hoffen ließ, dass man am Ende durch die wieder genesenen Spieler zu vorheriger Stärke zurückfinden könnte. Das dieser Prozess der Genesung nicht auf Knopfdruck stattfinden konnte, wurde zunächst ausgeblendet.

Der Druck wuchs aber weiterhin, Daniel Thioune rückte von seinem Prinzip aber vorerst nicht ab, es schien als würde er die längst in den Vordergrund gestellte Aufgabe des neu orientierten Saisons Ziels „Aufstieg“ nicht anzunehmen. Zahlreiche Ideen von Änderungen und zweifelhaften Auswechselungen bestätigten dies. Natürlich musste man etwas ändern, dafür wurde er letztendlich auch geholt, weil er in Osnabrück dadurch auffiel, dass er nicht auf ein System beharrte, sondern flexibel schien, ein System auch während des Spiels, auf den Gegner abzustimmen. Irgendwann merkte man aber auch bei ihm eine deutliche Verunsicherung. Hier fehlte es an Erfahrung, plötzlich ins kalte Wasser geworfen zu werden und dem Druck stand zu halten.

Das Ende ist bekannt, als man den Aufstieg praktisch schon verspielt hatte, ließ er zum Ende die Spieler entscheiden, in welcher Formation man spielen wolle.

Um dem Desaster Paroli zu bieten, entschied man sich letzten Endes, Horst Hrubesch auf die Bank zu setzen, der dieser Saison noch etwas Positives abgewinnen sollte. Sicherlich bestand da noch ein minimaler Funke Hoffnung, doch wenn man sich letztendlich doch entscheidet den Trainer zu wechseln, hätte man dies meines Erachtens spätestens nach dem verlorenen Spiel in Würzburg tun müssen.

Fakt ist für mich am Ende, dass die Mannschaft einfach dem psychischen Druck nie gewachsen war oder ist. Zweitliga Fußball bedeutet Kampf, Selbstbewusstsein, mentale Stärke, Siegeswillen in einer ordentlichen Mischung gepaart mit Spielfreude. Quatsch eigentlich gilt das für jede Liga, wenn man bestehen möchte, oder gewisse Ziele erreichen möchte.

Einfacher gesagt als getan, denn jeder kennt das wahrscheinlich aus seinem eigenen Leben. Wenn man aus einer erfolgreichen Position nicht nachlässt und stetig emsig an sich weiterarbeitet, gelingt es leichter, weiter erfolgreich zu sein, als nach einer Phase von Niederlagen, oder wenn man von ganz unten anfängt. Stärke zeigen, heißt aber auch nie aufzugeben und sei die Situation noch so aussichtslos. Diese Tugenden scheinen bei sämtlichen Spielern nicht vorhanden zu sein. Man hat es ihnen anscheinend auch nie beigebracht. Die Chance dies zu tun, hätte man bei jungen Spielern, die aus vermeintlich schwächeren Teams aus der Jugend kommen. Talente wurden bisher beim HSV viel zu sehr angepriesen und hochgespielt. Spieler zu Toptalenten gepriesen, die noch nichts erreicht hatten, oder lediglich eine Saison gut performten.

Nein, der HSV wird insgesamt noch viel zu hoch bewertet. Fakt ist letztendlich, dass man sich über Jahre hinweg immer weiter heruntergewirtschaftet hat, aber meint immer noch zu den ganz Großen zu gehören. In Wahrheit ist man seit Jahren, eine etwas bessere Zweitligamannschaft mit einem überbezahltem Kaderwert, der gänzlich die Realität überschattet. Dies gilt allerdings auch logischerweise für die obere Etage, die Vereinsführung. Erstligareif sind bis dato nur noch die Fans. Aber das allgemeine Interesse nimmt auch hier von Jahr zu Jahr immer mehr ab. Denn letztendlich wollen alle den Erfolg und gerade bei der jüngeren Generation, kann man so nicht mehr trumpfen. In meinem Bekanntenkreis, sind nur noch die älteren Generationen mit dem HSV verbunden, die Kinder meist Dortmund oder Bayern Fan. Aber selbst bei meiner Generation lässt das Interesse immer mehr nach.

Es ist sicherlich nicht alles schlecht, nein, man musste sich zwangsläufig an die Gegebenheiten anpassen und hat derzeit auch nicht mehr die finanziellen Möglichkeiten, ganz aus dem vollen zu schöpfen um an den wichtigen Positionen Leute zu installieren, die das Ruder wieder rumreißen, aber wenn man jahrelang einen öffentlichen Machtkampf auslebt, muss man sich vielleicht auch nicht wundern, das kompetente Leute sich gegen den HSV entscheiden.

Meine nachfolgende Saisonanalyse versuche ich mit einem völlig neutralen Blick zu beschreiben.

Einige Fehler der Vorsaison, versuchte man zu lösen, indem man gewisse „Säulenspieler“ in das Team installierte.

Hierzu zählten in erster Linie:

Toni Leistner, Klaus Gjasula, Sven Ulreich  (teils Simon Terodde)

Selbst im Nachhinein würde ich diese Vorgehensweise nicht unbedingt als falsch betrachten (ausgenommen Gjasula).

Man versuchte mit jüngeren Spielern eine neue Mannschaft aufzustellen, die durch die Erfahrung der Säulenspieler unterstützt/gestärkt werden sollte. Dies gelang phasenweise ja auch, leider hatte man bei Ausfällen/Verletzungen nie das passende Backup parat. Besonders Toni Leistner, dem ich zu Anfang nie zugetraut hätte, hier eine Hilfe zu werden, fehlte in der Rückrunde.

Aber der Reihe nach:

Sven Ulreich

Gesamtnote 4-

Von ihm erhoffte ich mir wahrscheinlich genauso, wie seinen Vorgesetzten auch, dass er zum sicheren Rückhalt der Mannschaft wird.

Seinen Vorderleuten die Richtung anzeigt. Am Ende, nein eigentlich von Anfang an, wurde er immer unsicherer. Seine Schwächen zeigte er in jedem Spiel deutlich auf. Am schlimmsten fand ich die Abschläge, die meist im Seitenaus landeten, besonders nach Rückpässen.

Gegenüber Heuer Fernandes, sicherlich keine Verstärkung, sondern einer der unsichersten Spieler im Team, auch wenn seine Aura augenscheinlich oftmals anders wirkte.

Daniel Heuer Fernandes

Gesamtnote – Fehlanzeige

Lediglich in Paderborn sowie gegen Düsseldorf stand er im Tor, hierbei musste er im Hinterkopf behalten, dass er ersetzt wird, was eigentlich schon vor der Saison feststand. Sicherlich auch nicht leicht, mit diesem Wissen seine volle Leistung abzurufen, auch nicht gerade besonders geistreich, geradezu empathielos von der Führung. Am Ende wurden diese Spiele trotzdem gewonnen, trotz der vier Gegentore. Vielleicht sogar der Brustlöser für den Rest der Mannschaft, die danach eine kleine Serie startete.

Tom Mickel

Gesamtnote 1+

Absolvierte kein Spiel, trotzdem zeigt er selbst an der Seitenlinie oder auf der Bank, immer vollen Einsatz und motiviert die Mannschaft, trägt zu guter Stimmung bei. Wahrscheinlich ist er neben Horst Hrubesch, der Einzige echte HSVer im Verein. Man könnte sagen, er trägt die Raute im Herzen.

Rick van Drongelen

Gesamtnote –

Absolvierte Verletzungsbedingt nur drei Spiele, am Ende sollte er als Ersatz für Ambrosius als kleiner Hoffnungsträger herhalten. Dieser Rolle konnte er nicht gerecht werden. Nun gut, nach einer Verletzung wieder ins Spiel zu finden dauert halt bei den meisten etwas länger, wobei ich bei ihm nie das große Talent aufblitzen sah. Die Einstellung stimmt, aber mehr als Zweitliga Qualität, habe ich bisher nicht gesehen. Auch wenn die Medien ihn nun wieder in sein Nationalteam heben möchten. Aber die Niederlande spielt seit Jahren (sowie die Deutschen auch 😉 ) eben nur zweitklassig.

Stephan Ambrosius

Gesamtnote 2-

Der junge Hoffnungsträger, wurde seiner Rolle zeitweise gerecht. Nach dem verletzungsbedingten ausscheiden von Toni Leistner, konnte er seine Rolle leider auch nicht in den Stagnierungszustand stellen, nein, er wurde deutlich schlechter. Er konnte seine Rolle nach ein paar Spielen zwar wieder etwas stabilisieren, doch seine ursprüngliche Leistung bis zu seiner Verletzung leider nicht mehr erreichen. Dennoch steckt in ihm jede Menge Potenzial, was wiedererweckt werden sollte.

Moritz Heyer

Gesamtnote 3+

Eine Bereicherung, die Daniel Thioune aus Osnabrück mitbrachte. In der richtigen Position (Gegner sowie Spielabhängig) ein guter Mann, der oftmals viel neuen Schwung in das Spiel des HSV´s brachte und das nicht nur in der Defensive. Zum Schluss tauchte auch er ab. Natürlich der gesamten Situation geschuldet, konnte er an die vielen guten Leistungen nicht mehr anknüpfen. Kein Leader, aber fast jederzeit (insofern es bei seinen Kollegen läuft) eine Verstärkung im Kader.

Toni Leistner

Gesamtnote 3

Kein guter, vorbildlicher Einstand in Dresden. Dennoch spielte er sich in die erste Elf und ist für mich eigentlich der einzige, sogenannte Säulenspieler, der seine Erwartungen diesbezüglich zufriedenstellend erfüllte. Allerdings war die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit deutlich höher mit Euphorie seiner Person gepaart, als er tatsächlich darstellt/e.

Für die zweite Liga durchaus ein brauchbarer Spieler.

Gideon Jung

Gesamtnote 5-

Die ständig hohe Erwartungshaltung dazu die ungerechtfertigten Aussagen, er sei ein großes Talent. Was hat er letztendlich eingebracht?

Persönlich kann ich mich nur noch an ein passables Spiel in der ersten Liga gegen Bayern München erinnern. Seine damalige Übermotivation sorgte allerdings auch gleich für einen Platzverweis. Nach seiner langen Verletzung, bekam er immer wieder Einsatzzeiten. Am Ende reichte es höchstens zu zwei durchschnittlichen Spielen. Für ein Talent einfach zu wenig, zumal er mit seinen 26 Jahren längst hätte durchstarten müssen. Nein, für mich ein ganz großer Flopp, auch wenn viele dies anders sehen, am Ende zählt auch das Resultat. Zudem kann er kein eigenes Selbstbewusstsein entwickeln. Das Gegenteil von einem Leader verkörpert er für mich zumindest.

Jonas David

Gesamtnote –

Zwei Einsätze gegen Paderborn und Heidenheim, reichen mir nicht aus um eine gerechte Beurteilung abzugeben. Noch ein Talent (?) aus der eigenen Jugend, dass man hoch verkaufen wollte. Der Durchbruch gelang ihm bisher nicht. Ausgeliehen an die Würzburger Kickers um sich weiter zu entwickeln. Also ich wünsche es ihm, zumal könnte er aufgrund seines Alters mit erst 21 Jahren, die Kurve noch kriegen. Ich glaube allerdings nicht mehr daran, Talente erkennt man eben daran, dass Sie mit spätestens 18 Jahren gegenüber anderen Spielern, deutlich, positiv auffallen.

Tim Leibold

Gesamtnote 3

Nun ja, was soll man dazu sagen, als Mannschaftskapitän wirkte er auf mich oftmals zu devot. Spielerisch sicher an guten Tagen eine Bereicherung. Der könnte eigentlich viel mehr, ließ sich aber oftmals, von dem Trott seiner Kollegen mitreißen. Ok, vielleicht denke ich da zu altmodisch, aber als Kapitän sollte man doch eine Mannschaft führen können und auch in entscheidenden Phasen die richtigen Impulse dazu steuern. Das war mir insgesamt einfach zu wenig.

Josha Vagnoman

Gesamtnote 4+

Das nächste Talent, meines Erachtens viel zu hoch gehypt. Die Offensiven Qualitäten würde ich höher einordnen, als die Defensiven. Viele Patzer und dadurch Punktverluste. Nun gut, aus Fehlern kann man lernen. Sicherlich spielte auch die zwischenzeitliche Verletzung eine große Rolle. Dennoch, mehr als Zweitliga Qualität bringt er für mich derzeit nicht auf den Platz. Natürlich werden viele das anders sehen, er soll ja jetzt auch die leeren Kassen füllen. Ich frage mich allerdings, wer diesen Spieler für 5-8 Millionen Euro verpflichten möchte.

 Jan Gyamerah

Gesamtnote 4+ oder 3-?

Ich kann mich nicht entscheiden. Ähnlich wie bei Vagnoman, sehe ich auch gute Ansätze in der Offensive und würde ihn sogar als ein wenig besser als Vagnoman einstufen, weil er defensiv meines Erachtens deutlich stärker ist. Insgesamt ein etwas überdurchschnittlicher Zweitliga Spieler, der an guten Tagen eine echte Hilfe darstellt.

Amadou Onana

Gesamtnote 2-

Die Überraschung der Saison, hier sehe ich echtes Potenzial. Oftmals ein wenig zu ungestüm aber mit seinen 19 Jahren ist das völlig OK. Ob man ihn längerfristig halten kann, wenn er so weiterspielt glaube ich natürlich nicht. Die 5-8 Millionen für Vagnoman sind bei diesem Spieler doch eher angemessen.

Klaus Gjasula

Gesamtnote 5

Die Behrami light Version, allerdings kann ich mich bei Behrami noch an ein gutes Spiel gegen Leverkusen erinnern, durch das der HSV drei Punkte holte. Nein, schon vor dem ersten Einsatz, für mich einer der größten Flops der Vereinsgeschichte. Ich hatte mal einen Leiharbeiter der aus Halle kam, der verzog sein Gesicht, als wir uns über ihn unterhielten. Bestenfalls für die dritte Liga in bestimmten Spielen geeignet. Enttäuschung über den Verlust sieht anders aus, er hat recht behalten.

Übrigens in dem Sinne, viele Grüße nach Halle Thorsten und Glückwunsch zum Klassenerhalt ;-).

In Paderborn jammern Sie angeblich heute noch über seinen Wechsel. Seid euch versichert, dem ist nicht so. Da ich viele Paderborner kenne, kann ich mir erlauben, dass zu sagen.

David Kinsombi

Gesamtnote 4

Ein Spieler der die Erwartungen bis heute nicht erfüllen konnte. Zwischenzeitlich mal ein paar gute Spiele, aber insgesamt viel zu wenig. Ebenfalls ein Flopp in meinen Augen. Der kann mehr, man hat aber wie bei so vielen Spielern des HSV´s den Eindruck, als ob er nur das nötigste tut. Mit dieser Einstellung wird das nichts mehr. Zumindest nicht beim HSV 😉

Jeremy Dudziak

Gesamtnote 4-

Ein Spieler mit Potenzial, leider zeigte er dies viel zu selten. Ähnlich wie bei Jung, scheint er sich selbst nicht motivieren zu können (obwohl andere das auch nicht geschafft haben). Eine große Enttäuschung in meinen Augen. Wirkte oftmals sehr lustlos, dies schrieb ich ja schon öfter, aber der Leistungsabfall am Ende war wirklich erbärmlich. Konsequente Handlung diesbezüglich von Hrubesch, leider viel zu spät.

Aaron Hunt

Gesamtnote 3

Mit viel wohlwollen, weil er nach Aussagen eines Bekannten, der viel näher am Geschehen ist als ich, angeblich immer vorbildliche Leistungen im Training und generell gegenüber der Mannschaft zeigt. Menschlich soll er ein top Typ sein. Spielerisch ist er für mich einer der Besten, nein er ist der Beste. Leider hat kein Spieler in der Mannschaft nur annähernd so viel Spiel Intelligenz wie er, erwischt er gute Tage und lässt sich etwas auf das Niveau seiner Spielkameraden ein, kann er der entscheidende Mann auf dem Platz sein. Leider erwarten das seine Mitspieler und verlassen sich manches mal nur auf ihn. Das kann nicht funktionieren.

Aber eine Mannschaft um Hunt aufzubauen, wäre wohl lächerlich. Seine Zeit ist einfach vorbei und das nicht erst seit dieser Spielzeit, obwohl er im Vergleich weniger verletzt war, als in den Spielzeiten zuvor. Reichen 5-6 gute Spiele pro Spielzeit um diesen Spieler weiter an sich zu binden. Und jünger wird er auch nicht mehr. Eine Sache des Anspruchs.

Sonny Kittel

Gesamtnote 3-

Herausragende Spiele und dann ein Leistungsabfall auf #0!

Zu eigensinnig zeigte er sich oftmals, zu verspielt sagen Andere, ganz Andere behaupten, dass er zu wenig Zweikämpfe annimmt. In jeder Aussage steckt mehr als ein Funken Wahrheit. Wahrhaft ein Talent, das mittendrin ist, seine Zeit zu verpennen. Die Chance als herausragender Spieler mit dem HSV aufzusteigen, hat er vertan. So wie viele seiner Mannschaftskollegen, gab auch er zu selten nur annähernd 100 %.

Bakery Jatta

Gesamtnote 2+

Mein Lieblingsspieler, immer noch. Er verkörperte in 95 % seiner Spielzeiten immer totalen Einsatzwillen und ging voran. Trotz dem Rummel um seine Person, gab er weiter Gas und verbesserte sich zunehmend auch technisch. Schaut man sich die Spiele bis zur letzten Spielzeit an, könnte man sagen, der kann nur schnell nach vorne laufen. Ich habe immer an ihn geglaubt, er ist kein Supertalent, nein wahrhaftig nicht, aber jeden Cent seines Gehalts wert. Und alleine das macht ihn EINZIG/ARTIG!

Ogechika Heil

Gesamtnote 4-

Fünf Einsätze, eigentlich sollte man hier keine Benotung geben. Ich tue es dennoch. Ich sehe es ähnlich wie bei David, allerdings suche ich hier nach seinen Stärken. Vom Typ her ähnlich wie Litti in den Achtzigern, Fußballerisch von ihm allerdings Lichtjahre entfernt. Er bemüht sich, ich glaube aber nicht an einen großen Durchbruch. Bestenfalls kann er sich in der dritten Liga durchsetzen. Keine Ahnung, wo man bei ihm das große Potenzial sieht, was seine Einsätze rechtfertigt.

Khaled Narey

Gesamtnote 4

Er versucht es zumindest, so hat man den Eindruck, aber der große Burner ist er nicht. Er braucht einfach zu viele Chancen um erfolgreich zu sein. Ob man ihn in Fürth vermisst? Wohl eher nicht. Ich könnte ihn mir als guten dritt Liga Kicker vorstellen. Ich kenne ihn noch aus seiner Zeit in Paderborn, große Erwartungshaltung, weniger Ertrag. Sorry Khaled, ein Großer wirst Du nicht mehr, ich würde behaupten, beim HSV hast Du derzeit Deine größte Zeit, aber nur vom Bekanntheitsgrad aus gesehen.

Simon Terodde

Gesamtnote 2+

Ein geborener Knipser, sowas hat dem HSV lange Zeit gefehlt. Ein ehrlicher, netter Typ, der immer versucht die Mannschaft mitzureißen und sich auch nicht zu schade ist, in der Defensive auszuhelfen. Innerlich koche ich, dass man ihn nicht halten konnte. Nun wird er Schalke zurück in die erste Liga führen. Ich kann es ihm nicht verübeln. Mit 33 Jahren möchte man zum Ende seiner Karriere eben nochmal nach oben und nicht beim HSV versauern. Alles Gute Simon und danke für ein paar tolle Momente, die Du noch mal nach Hamburg brachtest. Vielleicht kannst Du uns in Liga 3, in zwei bis drei Jahren nochmal helfen, sozusagen als Pizza oder besser Burger 😉

Manuel Wintzheimer

Gesamtnote 3+

Mensch Manu, Du tust mir am meisten leid. Ohne gegen Daniel Thioune zu hetzen, der sicherlich viele Fehler gemacht hat, letztendlich mit seiner Unerfahrenheit wohl einfach überfordert war. Aber damit musste er in Hamburg rechnen. Hier als Entwickler Zeit zu bekommen… dazu später mehr.

Ein Talent wie Manu, vielleicht ein wenig auf Spätzündung eingestellt, die große Chance hat er unter Thioune nie erhalten.  Warum eigentlich nicht. In vielen Spielen hat er nicht nur Torjäger Qualitäten gezeigt, sogar eher weniger, dagegen war er als Vorbereiter meines Erachtens viel wertvoller. Mit Terodde hätte er den Aufstieg perfekt machen können. Dazu bekam er leider viel zu wenig Möglichkeiten. Ein überdurchschnittlich guter Zweitligakicker, mit Tendenz zu Liga 1. Für mich ein Desaster diesen Spieler aus der Talentschmiede München so abzuwracken. Nein das war erbärmlich und macht mich im Nachhinein noch wütend. Mit 22 Jahren sollte er in der nächsten Spielzeit durchstarten. Es tut mir leid das schreiben zu müssen. Bekommt er die Chance nicht, war es das wohl mit seiner Karriere. Er selbst sollte ernsthaft überlegen, welche Schritte er nach dieser Saison geht, vor allem in welche Richtung.

Robin Meißner

Gesamtnote 2

Ja schlafen die in Hamburg, da muss erst ein Horst Hrubesch kommen, um einen echten Hamburger Junge in der ersten Mannschaft so richtig zum Laufen zu bringen. Unfassbar, was wäre hier möglich gewesen, hätte Daniel Thioune dem Robin die Einsatzzeiten von Bobby Wood gegeben.

Lieber Horst Hrubesch, bitte werde künftig bei solchen Gelegenheiten etwas lauter und wenn der Wink mit dem Zaunpfahl nicht reicht, hänge bitte eine gelbe Fahne dran… 😉

Ex Trainer Daniel Thioune

Nun Herr Thioune, was haben Sie sich dabei gedacht, als Sie dem HSV zusagten. Haben Sie wirklich gedacht, dass Sie hier etwas entwickeln können? Oder sich sogar selbst weiterentwickeln können?

Schachmatt noch vor Saisonende, von Anfang an ohne Bauern zu spielen gestaltet sich schwer, besonders wenn auf einmal die Gegner aus den eigenen Reihen auftauchen, wird Schach zur Mühle, sozusagen standen Sie von Anfang an in der Zwickmühle.

Sportdirektor Michael Mutzel (The invisible hand/s)

Sportvorstand Jonas Boldt

Der nette, junge, sympathische Typ. Immer gut gelaunt, selbst nach Niederlagen zeigt er sich immer optimistisch. Sein Markenzeichen: Keiner sah je seine Hände :-), weil sie meist in der Hosentasche versteckt sind.

Er verkörpert den neuen HSV, lässt kein Interview aus. Trotzdem dringt seit seinem Amtsantritt kaum Internes nach außen. Für mich kommt der Mann etwas zu nett rüber. Manchmal hatte ich den Eindruck als gehöre er nicht wirklich dazu. Er wirkt meist sehr interessiert, wie ein Praktikant der Erfahrungen und Eindrücke sammelt https://tmssl.akamaized.net/images/foto/originals/michael-mutzel-und-alexander-rosen-von-1899-hoffenheim-1550596848-20568.jpg?lm=1550596859. Seit der Abwahl des VV Bernd Hoffmann leitet er nun mit Jonas Boldt die Geschehnisse beim HSV. Anscheinend verstehen sich die beiden ganz gut. Jeder hat seine Rolle, dennoch wird man am Erfolg gemessen. In Abstimmung mit Jonas Boldt entschied man sich, drei Spieltage vor Saisonende, als der Zug praktisch schon abgefahren war, für einen erneuten Trainerwechsel. Meines Erachtens, wie schon erwähnt, zu spät, wenn man denn wechselt. Die Chance das Ruder nochmal rumzureißen waren so minimal…. Aber hätte es geklappt, so wäre er mit Herrn Boldt der neue Heilsbringer gewesen, der eine fast gescheiterte Saison noch mal so eben wieder in die Spur gebracht hat. Nun ja, aber wie sieht es in einem normalen Wirtschaftsunternehmen aus, wenn ähnliches passiert und die ausgegebenen Ziele nicht erreicht wurden? Adios! Stattdessen wurde der nächste Trainer verbrannt, für 500000 Euro freigekauft von Osnabrück + Gehalt und Abfindung. Folgen? Selbsteingeständnisse, bisher wohl zumindest Fehlanzeige.

Nein, es lief wahrhaftig nicht alles verkehrt oder schlecht. Schon gar nicht mit Jonas Boldt der Hrubesch mit ins Boot holte. Für etwas mehr Ruhe und Introvertiertheit sorgte. Da waren die zwischenzeitlichen Kuschelkurse mit Rom doch noch legitim, jeder versucht das Beste für sich rauszuholen, kann man ihm das wirklich verübeln. Einige gute Transfers dazu und er hatte sein Soll erfüllt. Am Ende steht man mit leeren Händen da. Es ist doch klar, dass diese Leute noch viel lernen müssen, welche Chancen hat denn der HSV noch, um Leute wie Hrubesch ins Boot zu holen?

Die Chance ist Hrubesch selber. Er ist es der den Kahn noch am laufen halten kann, der Kahn der im Ufergestrüpp festhängt, der stärkste Ast (Hrubesch) hält den Kahn noch fest, ehe er am nächsten Wasserfall in die Bedeutungslosigkeit versinkt und langsam vor sich hin rostet. Die letzten Reste der Edelmetalle werden gerade demontiert und verwertet.

Bereiten wir uns auf die kommende Saison vor und leiden weiter mit…

Ich persönlich habe mich seit Jahren damit abgefunden, es gibt weitaus wichtigere Dinge im Leben als den HSV, aber begleiten werde ich ihn bis zum bitteren Ende.